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    Schweiz

An unseren letzten Aufenthalt in der Schweiz haben wir sehr gute Erinnerungen. Das war im Frühjahr 1996, und noch heute erzählen wir von unserer Übernachtung im Luftschutzbunker und von den vielen teuren Biersorten, die wir damals "testen" durften. Jetzt ging es für uns also wieder in die Berge. Schuld daran war Lüchi, ein Name der schon so manches mal im Tourtagebuch und im Gästebuch auftauchte. Ein mittlerweile "Alter" und guter Bekannter der Band und Freund von gepflegtem Punk-Rock. Er hatte immer damit "gedroht" uns in die Schweiz zu holen, und jetzt sollte es endlich klappen. Wir freuten uns sehr auf die Konzerte, weniger aber auf die lange Fahrt. Jedoch haben wir ja einen neuen Bus, der uns ein ganz neues Fahrgefühl vermittelt. Wir können jetzt sogar mit der vorgeschrieben Reisegeschwindigkeit im Verkehr mitschwimmen und werden nicht mehr von LKW-Fahrern aus ganz Deutschland beschimpft. Außerdem zogen wir uns tatsächlich die ganze Wahrheit vom Dieter in Form eines Hörspiel-MP3s rein, und so wurde uns zumindest in den ersten 3 Stunden gar nicht langweilig. Irgendwann standen wir dann im Stau. Und ganz so unauffällig scheint unser neuer Bus dann doch nicht zu sein, denn wir wurden von einem neben uns stehenden Führer einen Personenkraftwagens nach unserer Herkunft gefragt. Nach kurzem Small-Talk, hatten wir dem guten Mann im Stau eine Red-Letter-Day verkauft, die er sich sofort in den CD-Wechsler packte. Im nächsten Stau trafen wir den Kameraden wieder und er fuhr mit uns auf den Seitenstreifen. Wir befürchteten eine "Retoure" (obwohl eine Geld-zurück-Garantie nicht vereinbart war); statt dessen saß ER mit Freundin bei uns im Bus und holte sich Autogramme. Das alles im Stau in der Nähe von Stuttgart. Coole Sache. Für uns ging´s fix weiter und nach kurzer Ausweis- und Waffenkontrolle befanden wir uns schon auf einer der unsinnigsten Straßen, die wir je gesehen hatten. Es führen nämlich alle Schweizer Autobahnen (zumindest 3) Mitten durch Zürich. Dort steht man dort vor ca. 50 Ampeln die alle jeweils nur 3 Sekunden lang grün sind. Das System ist nicht wirklich überzeugend und macht ziemlich aggressiv. Ziemlich aggressiv schafften wir dann endlich Zürich wieder zu verlassen und auf direktem Wege ein Örtchen mit dem schönen Namen Pfäffikon anzusteuern. Dort ging es dann sehr schnell, denn wie es der Zufall wollte, tauchte vor uns plötzlich Lüchi mit seinem VW-Bus auf. Dem folgten wir dann bis direkt vor´s Gysko. Das Gysko ist ein altes Fabrikgebäude, was seit einiger Zeit als alternatives Jugendzentrum genutzt wird. Nicht besonders groß, aber äußerst gemütlich mit einer ausreichend großen Bühne. Zwei-drei Bier mit den Einheimischen und los ging´s mit Wuppen, Aufbau, Soundcheck. Mittleres Chaos weil Kabel und Boxen defekt und kein Effektgerät zur Hand, danach aber dann doch allgemeine Entwarnung: "Klingt doch gar nicht so Scheiße". In der Zwischenzeit krabbelten wir über eine Leiter durch eine kleine Luke auf den Dachboden des Hauses, wo wir unser Nachtlager fanden. Nicht besonders komfortabel, aber was zum pennen und allemal ausreichend zum ausnüchtern. Das Gysko füllte sich und wir trafen auf Greg und Jeanette, zwei Bekannte die zufälligerweise nur 20 KM in der Nähe von Pfäffikon wohnten. Die bekanntschaftlichen Verhältnisse an dieser Stelle aufzuklären würde wohl den Rahmen sprengen; nur soviel: Schuld hat irgendwie der Bruder von Andreas. So hatten wir tatsächlich schon mal Verbündete (neben Lüchi natürlich) gefunden. Auch der Rest erweckte bei uns allerbeste "Force-Attack"-Gefühle (auch optisch) und als wir dann mit Song 1 anfingen, wurden wir komplett mehr als bestätigt. Was folgte war Party. Schweisstreibende, tanz- und trinkfreudige, bunte Partyschweizer machten zusammen mit uns 7 schwitzenden (nicht ganz so bunten) Sauerländer Jungs 2 Stunden lang Schwuuuuuung. Wir waren begeistert. Nach vielen Gesprächen bei sauteurem Bier gings dann die Leiter hoch auf den Dachboden. Mitten in der Nacht gesellten sich noch zwei frisch verliebte Punks dazu, die sich auf einer leicht Abseits gelegenen Matratze ihrer noch zarten Liebe hingaben. Wie immer kam Michael ein wenig "irritiert" als einer der letzten ins "Bett" und erwischte die beiden Punks beim vögeln. Michael zeigte sich sehr interessiert und schaute gebannt zu. Dem männlichen Punk war das ziemlich egal, und offensichtlich benötigte er noch Geld für das Taxi nach Hause, denn er fragte Miachael (Originalzitat): Für 20 Franken kannst du weiter zugucken - für 50 kannst du mitmachen. Michael hatte aber leider kein Geld mehr und ließ die beiden in Ruhe. Minuten später und nach kurzem lauten Stöhnen kam Kollege Punk in unseren Raum und fragte nach einer Kippe. Die bekam er auch, rauchte diese mit Genuss und was folgte war Runde 2. Und das bei dieser Kälte. Respekt.

Am nächsten Morgen schüttelten wir uns zwei Mal und waren dankbar, dass Greg und Jeanette uns zum Frühstück und zum Duschen eingeladen hatten. Das nahmen wir natürlich dankbar an. An dieser Stelle ein mehr als riesengroßes Danke an die beiden für diese tolle Gastfreundschaft. Greg betätigte sich am Nachmittag noch als Fremdenführer in Zürich. Doch es war sehr kalt und wir landeten auffällig zielstrebig im Irish-Pub "Nelsons". Dort gab es ein kaltes Guinness zum Aufwärmen und gegen 17.00 ging es weiter nach Bremgarten. Auch dort spielten wir im alternativen Zentrum. Sehr vergleichbar, nur etwas kommerzieller (wenn man den Aussagen der Gysko-Besucher Glauben schenken darf). Zum Empfang gab´s Linseneintopf mit frischen Bohnen, was weniger unsere Geschmacksnerven als vielmehr unsere Darmtätigkeit anregte. Danach bauten wir die Sachen auf die Bühne und suchten die Boxen. Witzigerweise waren die Boxen in die Bühnenwand eingemauert. Da waren wir doch ein wenig skeptisch, ob so etwas klappen könnte. Na ja, abwarten und Bierchen trinken bzw. Zimmer beziehen. Auch heute war es nicht ganz der Komfort den wir vielleicht hin und wieder erwartet hätten, aber auch hier kann man sagen das es zum pennen durchaus OK war. Nicht mehr, aber auch nicht viel weniger. Kommen wir zum Konzert. Es war nicht ganz so voll wie am Vortag, aber auch heute war wieder ganz buntes Publikum zu sehen, die für ordentlich Druck sorgten. Greg und Jeanette (nicht Jack und Granette) waren auch wieder dabei. Und so spielten wir unser mit Weihnachtsliedern gespicktes Programm. Ingo ärgerte sich zwar über zwei gerissene Banjosaiten, und der eine oder andere wird sich ein bisschen über Papst Thomas II gewundert haben, der wahrscheinlich auf der Bühne eine ganz besondere Vision zu haben schien; aber am Ende war alles wieder gut. Tja und so gingen zwei aufregende und anstrengende Tage dem Ende zu. Nach einer mehr oder weniger heftigen After-Show-Party (der letzte kam gerade ins Bett als die ersten schon wieder beim Frühstück saßen), zu wenig Schlaf und ein bisschen Schweizer Käse im Magen ging es Morgens um 10.00 Uhr zurück nach Hause. Das zog sich zwar auch wieder wie die Hölle, aber unser Bus entpuppte sich als echtes Schnäppchen, weil schnell und noch dazu sehr bequem. So waren wir dann um 19.00 Uhr alle wieder zuhause. Großes Dank an dieser Stelle natürlich an den Eventmanager Lüchi, die besten Gastgeber der Schweiz: Greg und Jeanette (alles Gute für "Niklas") und allen Helfern aus dem Gysko und dem Kuzeb. Wir kommen ganz bestimmt wieder. ENDE

Bückeburg, Minchen

So spannend unser Trip in Switzerland auch war; eine Woche später war es wieder mal ein Konzert voller gemischter Gefühle. Diese gemischten Gefühle hatte auch unser Bassist als er am frühen Nachmittag in den Bus stieg. Er war (wieder mal) mit dem Magen nicht ganz in Ordnung. Daher kamen wir auch mit anständiger Verspätung auf die Bahn. Dort waren wir so solide wie selten, und dementsprechend gibt´s auch nichts spannendes zu berichten. Gut 2 Stunden später standen wir schon vor dem Minchen in Bückeburg. Und es wurde spannend. Von außen sah es ganz nett aus. Was uns traditionell am meisten interessiert ist die Größe der Bühne. Wir sind nun mal kein Jazz-Trio und brauchen zumindest ein bisschen Bewegungsfreiheit. Die Bühne im Minchen war klein. Um nicht zu sagen "klein und eng". Aber es passte alles halbwegs drauf. Vielleicht hätte man vorher die ganzen Schneemänner und Nikoläuse "umdekorieren" sollen, dann wäre noch ein bisschen Platz über geblieben. Nun ja, wir wollen mal nicht meckern. Der Empfang im Minchen war nett und wir bewunderten die tolle Location und die ausgiebige Getränkekarte. Außerdem waren wir begeistert von der offensichtlich neuen "Laminiermaschine", mit der sämtliche Getränke-, Speisen und Konzertankündigungskarten eingeschweißt waren. Was kam war was kommen muss, wenn man mit eigener Anlage unterwegs ist. Aufbau, Soundcheck und dann Fehlersuchen und ein paar Kabel löten.

Es ist immer schwierig, Stimmung in die Bude zu bekommen, wenn Stühle im "Saal" stehen. Dies verbunden mit der natürlichen Lebensfreude eines typischen Ostwestfalen ließ uns das allerschlimmste Befürchten. Daher wollten wir zumindest vorher ein leckeres Stück Fleisch verzehren. Doch die Rechnung ging nicht auf, da für einen Samstag abend wohl nur 8 Schnitzel zum Verzehr vorgesehen sind. Dann schwenkten wir um auf "Italienisch", und wir zollen dem Koch ein ganz großes Lob. Das war lecker.

Als wir um 21.15 Uhr auf der Bühne standen, war es - wie erwartet - etwas (sehr) "verhalten" was da von der "anderen" Seite rüberkam. Was bleibt übrig? Selber Späßchen machen und ein (sagen wir´s mit Thomas Worten) Just for Fun-Konzert spielen. Das taten wir. Und hatten besonders Spaß am Schwinger, der kurzfristig den Anfang seines eigenen "Gassenhauers" "Smell the flowers" vergaß. Selbst insgesamt 3 Versuche das Dingen quasi im Fluge zu retten schlugen ziemlich fehl, sodass wir beschlossen aus diesem Intro einfach einen neuen Song zu machen. Mit der Zeit wurde es jedoch auch nicht viel emotionaler, nur gegen Ende beglückte uns dann eine Handvoll sympathischer Folk-Fans, die ein wenig Stimmung verbreiteten. Dann war´s zu Ende. Einräumen, und ab nach Hause. Schweiz war spannender.

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