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    Bodenwerder

Eigentlich müsste man einen Tag vorher anfangen, um die Geschichte dieses Konzertes zu erzählen. Denn die ganze Band war wieder einmal in der Stadt mit der großen Kirche (nämlich Köln) um den Junggesellenabschied von unserem Kumpel Marc zu feiern. Dies taten wir ausgiebig und mit Schwung. So kamen wir dann auch nur sehr schwer von der Isomatte, als am Morgen gegen 8.00 Uhr der Wecker klingelte. Es folgte eine Tor-tour zurück ins Sauerland. Beinahe hätten wir Ingo am Kölner Südstadion verloren, doch mit Hilfe eines privaten Chauffeurs (der mit Sicherheit nicht fahren durfte) erreichte Ingo dann doch noch Gleis 4. Um 12.00 Uhr waren wir in Neheim und hatten gerade mal kurz Zeit um den Kopf unter kaltes Wasser zu halten. Dann fuhr der Bus nach Bodenwerder zum Folkfestival. Außer das wir alle total platt waren, passierte zunächst auch nichts wildes. Nach 50 Kilometern verließ uns dann der Auspuff vom Blauen. Lärm und Qualm begleitete unsere Fahrt nach Bodenwerder. Offensichtlich hatten wir uns auch bei der Entfernung nach Bodenwerder ein wenig verschätzt den die Strecke zog sich unendlich. Wir saßen also im Bus tranken ein mit Aspirin angereichertes Erfrischungsgetränk und hatten Taschentücher in den Ohren. Irgendwann kamen wir dann am Veranstaltungsort an und machten uns über das Catering her. Die Location lag sehr gemütlich in einem Park, und am Ende stand eine ziemlich hohe Holzbühne, die wir für den Soundcheck ziemlich lange in Anspruch nahmen. Da wir als erste Band spielten, ging es schon gegen 19.30 los, und man muss sagen, das für diese Uhrzeit schon eine Menge Publikum vor Ort war, die zudem auch noch sehr gute Stimmung verbreiteten. Betrachtet man unsere körperliche Verfassung, so war es doch ein guter Gig mit viel Applaus und einigen früh in Stimmung gekommenen Punks, die vor der Bühne hertanzten. Nach unserem Gig trafen wir auf die Jungs von Paddy goes to Holyhead und mussten gegenseitig feststellen, das die neue CD von Paddy "Red letter days" heißen wird. Nach kurzem Schock beschlossen dann wohl doch alle, das ganze mit Humor zu nehmen, obwohl zukünftige Verwechselungen wohl nicht 100%ig ausgeschlossen werden können. Wir warten mal ab wie es sich ergibt. Wir können nur sagen: "ätsch, wir waren aber eher da!" wünschen aber den Jungs natürlich viel Erfolg mit der neuen Scheibe. Zurück ging´s mit lautem Auspuff und viel Gestank und kurz vor Soest (also schon fast wieder am Ziel) wollte uns die Polizei den guten "Blauen" allen Ernstes stilllegen. Von wegen Emission und so... Jetzt geht's erst mal wieder zurück in die Werkstatt in der Hoffnung, das wir die zukünftigen Konzerte ohne Hör- und Atembeschwerden absolvieren können.

Bestwig

Was gibt es schöneres als mit einem Oldtimer-Bus die Berge der Heimat zu erkunden? Wahrscheinlich nicht viel, für die Leute die im Bus sitzen. Aber hat man mal an die Autofahrer hinter diesem Bus gedacht? Wohl nicht. Langsam aber sicher werden wir ein bisschen zum Feindbild im Straßenverkehr. Mit Tempo 10 km/h die schmalen Berge im Sauerland hochtuckern, den qualmendem Auspuff vor der Nase und Überholverbot; das ist vor allem für Cabrio-Fahrer das Highlight des Jahres. Für uns ging's heut nach Bestwig´. Open-Air im Rahmen des Kultursommers, und das alles auf einem romantischen Bauernhof. Wir waren reichlich früh da, nahmen uns entsprechend viel Zeit für den Soundcheck, kämpften mit den Tücken der PA und testeten Folienkartoffeln mit frisches Veltins. Gegen 20.00 Uhr füllte sich der Hof mit vielen Sympathischen Gästen, sodass wir eine gute halbe Stunde später vor fast vollem Hof spielen konnten. Leider fing es ziemlich schnell an zu regnen. Trotzdem blieb der Großteil der Zuschauer vor der Bühne stehen. Als dann aber irgendwann die Anlage ausfiel, beschlossen wir eine kleine Pause einzuschieben. Das Konzert stand am Rande des Abbruchs, aber irgendwie schaffte es die Technik doch noch Sicherungen zu tauschen und für den notwendigen Bühnenstrom zu sorgen. Auch Michaels Fußpedal funktionierte irgendwann auch wieder. So spielten wir im Regen das Konzert zu Ende. Danke an alle "dagebliebenen" für die tolle Unterstützung. Zurück nahmen wir noch eine einsame Reisegruppe in unserem Bus mit. Schön zu sehen wie sich 60 jährige Männer freuen können, wenn sie in einem 30 jährigen Bus durch den Regen fahren dürfen.

Grünberg

Nach verregnetem aber trotzdem überaus gelungenem Bestwiger Kulturunwetter ging die Reise nahtlos weiter. Dieses Mal nach Grünberg. Das liegt ca. 20 km bei Giessen, und hier fand das internationale Folkfestival statt. Wir hatten das Vergnügen am Samstag im Rahmen eines Kneipenfestivals und am Sonntag quasi als Headliner (andere werden "Rausschmeißer" sagen) auf der Festivalbühne in der City spielen zu dürfen. Nach Grünberg fuhren wir getrennt. Der qualmende Bus mit den am Montag Urlaub habenden. Ingo und Thorsten kamen eine gute Stunde später mit dem Kuh-Golf hinterher, und der Michi fuhr nach dem Konzert sofort durch gen-Italien um es sich im 2-Sterne-Hotel gut gehen zu lassen. (Inzwischen ist er wieder da, mit der Erkenntnis wieviel Luxus 2 italienische Sterne so mit sich bringen). Nach viel Hin und Her wurden wir dann nach Weikertshain gelotst. Einem romantischen Örtchen ganz in der Nähe von Grünberg, was uns an ein typisches "Silbermedaille auf Kreisebene beim Wettbewerb "unser Dorf soll schöner werden"-Dorf erinnerte. Wir suchten und fanden das Bürgergemeinschaftshaus, wo die erste Fussball-Senioren Mannschaft seit gestern abend das 75 -jährige Jubiläum des Sportvereins feierte. Wir tranken zuerst einmal ein leckeres Weizenbier auf das Jubiläum und räumten dann die eigentlich recht große Bühne voll. Nach einer guten Stunde verkabeln machten wir Soundcheck und beschlossen spontan und nahtlos in unser 1. Set überzugehen. Merkte eh kein Mensch, weil noch keiner da war. Wem soll man es verdenken. Samstag 19.30 bei allerbestem Wetter? Ja und so spielten wir unser Kneipenfestival-Programm rauf und runter. Nach und nach kamen auch einige interessierte Gäste, aber so richtig "ab" ging´s noch nicht. Ursprünglich war für uns gegen 22.00 Uhr eine Pause eingeplant, da eine Dixie-Kapelle spielen sollte. Wir machten also Pause, aber die Kapelle kam nicht. Als wir gerade beschlossen hatten weiterzuspielen, kreuzte die Band dann auf. Also spielten wir ein verkürztes Set und lauschten danach den Tönen der "Knoff-Hoff-Show-Revival-Band". Ziemlich schnell kamen wir zu der Erkenntnis, das die Einlage der Dixie-Band sich nicht unbedingt positiv auf Stimmung und Zuschauerresonanz für den weiteren Verlauf des Abends auswirken würde.

Ganz so schlimm wir befürchtet wurde es aber nicht - im Gegenteil, die hartgesottenen Weikershainer kamen und machten mit uns eine ganz ordentliche Party. Wir spielten bis nachts um 01.30 und waren dann doch recht froh, das es nach 6 Stunden geschafft war. Wir tranken noch ein, zwei Bierchen mit Eingeborenen und lernten auch das Kultlied "In Grünberg ist Markt". Ein echter Gassenhauer, den wir mit Sicherheit auch mal im heimischen Kulturkreis anstimmen werden. So, mit dem Minicar ging es dann in unser Sporthotel und da blieben wir auch bis zum nächsten Mittag.

Ausgeruht machten wir uns dann vom Hotel auf um unseren Bus zu holen. Es folgte ein schöner Spaziergang hoch zum Gemeinschaftshaus. Dort erwartete uns immer noch die erste Herrenmannschaft, die sich wieder zum Frühschoppen traf. Wir machten ein bisschen mit, verloren gegen die E-Jugend beim Torwandschiessen und bewunderten das Highlight des Wochenendes: Die Band Golden Stars mit ihrem Sänger Harald Rühl (???). Schlager der Extra-Klasse, welcher auch optisch dem klassischen WDR 4-Flippers-Ideal-Bild entsprach. Herr Rühl stellte heute vor ca. 20 Senioren seine neue CD vor, die einiges an Hits zu bieten hat. Wir sind bekanntlich keine Freunde des deutschen Schlagers (es sei denn, wir befinden uns auf dem Altermarkt und es singen "de Höhner"), und es gäbe auch keinen Grund die Darbietung kritisch zu betrachten (abgesehen vom schlechten Playback-Sound), hätte der Sänger nicht allenernstes den (seinen Worten nach) Stimmungsknaller der Saison präsentiert. Und der hieß "komm zieht die Schuhe aus wir stampfen wie die Neger". Irgendwer hat da irgendwann aber ganz gehörig gepennt. Ein weiterer Kommentar erspart sich von selbst.

Jetzt machen wir es kurz. Wir fuhren mit unseren Autos nach Grünberg, aßen für unsere Wertmarken ein recht üppiges Schnitzel mit Pommes und bereiteten uns dann zwei Stunden auf unseren Auftritt vor. Nachdem die Band vor uns sich richtig viel Zeit sowohl bei Zugaben als auch beim Abbau gegeben hatte (nochmals Dank an überaus kooperativen Schlagzeuger), standen wir dann pünktlich zu Beginn des Regens auf der Bühne. Publikum und Band wurden nass und versuchten dennoch das Beste aus der Situation zu machen. Wir denken mit Erfolg. Nachdem Konzert wurde das Chaos komplette, da der Veranstalter offensichtlich keinen Bock mehr auf seine eigene Veranstaltung hatte und uns im Regen stehen ließ. Durch viel Glück fand Andreas dann eine Dame vom Orga-Team in einer Pizzeria. Unsere Gage im Gepäck, und sich keiner Schuld bewusst. Na ja, wenn Konzerte von Kulturämtern veranstaltet werden, sollte man vorsichtig sein. Der eine Teil fuhr schnell nach Hause, der andere brauchte 2 Stunden und einen Kanister Öl länger, und der dritte Teil machte 2-Sterne-Urlaub in Italien.

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