30. 4. 2001 Rock in dem Mai Schützenhalle Hüsten
Das war ne´heiße Nacht in Hüsten. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn pünktlich zur CD-Präsentation war
"the summer back in town", und wir erlebten eine absolut geniale Party mit über 1000 gutgelaunten Besuchern,
einem Super-Organisationsteam und mit Couchgott eine tolle Band, die mit uns zusammen die PA zum wackeln brachte.
Wir waren ja bereits durch den Gig des letzten Jahres auf alles vorbereitet gewesen, doch dieses Konzert übertraf
alles bisher dagewesene, obwohl einige von uns ein wenig geschwächt an den Start gehen mußten. Ob es an einem
Magen- und Darmvirus oder an unserer am Samstag gefeierte Pre-Release-Party lag, wird man wohl nie erfahren. Auf
jeden Fall stand dieses Wochenende ganz im Zeichen von "Red letter day" und wir haben das Werk mehr als ausgiebig
gefeiert. Natürlich war dieses Konzert auch ganz auf Jan´s letzten Lady Godiva-Gig ausgelegt und nach diesem
Auftritt wird er seinen Abgang wahrscheinlich fast bereuen. Nun denn, auf jeden Fall war es eine schweißtreibende
Party auf und vor der Bühne und wir stellten dem Hüstener Publikum auch unseren neuen vor: Michael Schweineberg;
ab sofort fester Bestandteil an Bord der Kapelle (zeigte schon in Oelde, das er´s kann), spielte als achter Mann
fast das ganze Konzert mit. Daher war´s vielleicht auch ein bißchen mehr Gitarre als sonst was den Leuten aus den
Boxen entgegenströmte. Dadurch konnten wir aber bei Songs wie Remember the time fast an die CD-Version anknüpfen,
und beim Stuntman (in einer Exklusiven-Maxi-Version nur für "die Hühner") gab´s ein kleines Gitarrenduell zwischen
"Alt" und "Neu". Jan´s letzte Tat bei Lady Godiva war dann "The young ned of the hill", ein bekannter
Pogues-Klassiker den wir in einer relativ spontanen Probe einfach mal anspielten und Jan vors Mikro schoben.
Der Rest des Konzertes verging bei viel Flüssigkeitsverlust wieder mal viel zu schnell. Bei der Zugabe renkte
sich der Trommler kurzfristig den Daumen aus, doch nach kurzer notärzlicher Behandlung (bereits der zweite
Musiker nach dem Gitarristen von Couchgott) wurden die letzten beiden Stücke einfach mit einer Hand gespielt.
Das waren "Kensington", (das neue bandinterne
Lieblingslied) und natürlich als letzten Song "the death is not...". Dann war es vorbei und wir feierten noch ne´
Runde im Backstage und schmissen uns dann ins Getümmel. Die Gitarrenfraktion erlebte offensichtlich einen
Totalabsturz - war zumindest am nächsten Tag nicht ansprechbar - und der Rest machte noch ein bißchen Druck.
Also rundum eine gelungene CD-Präsentation vor ausverkauftem Haus und jetzt´s geht es langsam aber sicher auf
den Festival-Sommer zu und da erwarten uns auch schon wieder einige Highlights.
05.05.2001 Immenhausen Akku
Alle Invaliden von Montag waren wieder fit und munter und zum Konzert 1
nach Jan ging es mit dem blauen Bock nach Immenhausen. Hat jemand eine
Ahnung wo das liegt? Natürlich, unsere Pfadfinderveteranen hatten hier
schon mal ein Zeltlager und Thomas hatte in seiner Bundeswehrzeit in
Immenhausen schon mal eine Straße abgesperrt (was er voller Stolz zum
Besten gab), nur der Heimschläferzivi aus dem Kreis Soest hatte wieder
mal keine Ahnung. Also, Immenhausen liegt 15 KM hinter Kassel. Der Name
Kassel ist gleichbedeutend mit der A44 und da wir diese Strecke eh schon
In- und Auswendig kennen, wollte uns Stormy offensichtlich die schöne
Landschaft am Rand der Kasseler Berge zeigen. Anders ist seine spontane
Autobahnflucht wohl kaum zu erklären. Trotzdem kamen wir nach einigen
Dreh- und Wendemanövern am AKKU an und standen erst mal vor einer
verschlossenen Tür. Die Wartezeit verbrachten wir mit einem äußerst
spannenden Fußballkommentar auf HR 3, (wir dachten ernsthaft
Frankfurt-Bochum würde von Badesalz kommentiert) und als wir dann später
noch mal an der Tür des AKKU rüttelten, bemerkten wir, dass einer der
Musikanten ziehen und drücken verwechselt hatte. Egal, wenigstens war
die PA inzwischen startklar und nach kurzem Aufbau und Soundcheck
verbrachten wir die Wartezeit im Backstage mit Metallica, Top of the
Pops und Fußball-Bundesliga. Und um 20.30 "mussten" wir auch schon auf
die Bühne. Das war zwar alles sehr übersichtlich was dort aus
Immenhausen und Umgebung in AKKU kam, aber mit den Leuten konnte man
gehörig Spaß haben. Und so hüpften dann auch 2-3 Dutzend tanzfreudige
Zuschauer vom ersten Takt an mit. Und wir hatten schon das Schlimmste
befürchtet und uns an solch legendären Auftritte wie in Remscheid oder
Puderbach erinnert, wo das Publikum wohl eher eine Dubliners Cover Band
erwartet hatte. Das war hier nicht so und wir konnten auch Soundmäßig
gut Gas geben und die neuen Stücke antesten. Nach dem Konzert war es für
unsere Verhältnisse erstaunlich früh, und wir beschlossen, so schnell
wie möglich wieder ins Sauerland zu fahren um noch ein wenig die
heimische Kneipenszene unsicher zu machen. Das klappte aber irgendwie
nicht ganz, weil wir in der Busbar noch eine ganze Lage vom "Sponsor"
fanden, mit der wir uns bis Neheim Mendener Str. beschäftigten. Dann
waren alle mal wieder viel zu "müde" und wir schmissen noch schnell den
Krempel in den Proberaum und das war´s dann auch.
12.05.2001 Malzhaus Plauen
Das war ja mal wieder eine ereignisreiches Wochenende. Wieder mal eine
Menge Spaß gehabt und bis zum verrecken bei 30° C auf der definitiv
schönsten Autobahn Deutschlands im Auto geschwitzt und uns wieder einmal
über den Anblick der wunderschönen Skyline von Jena gefreut. Nach Jena
geht's dann irgendwann rechts runter und nach 4 Stunden Fahrt, einigen
malerischen Örtchen und einer dramatischen Fußballübertragung später,
standen wir dann in Plauen und trotz Stormys GPS-Gerät und mindestens 5
Wegbeschreibungen an Bord, haben wir das Malzhaus wieder nicht auf
Anhieb gefunden. Als wir es dann doch noch schafften, mußten wir uns
erstmal in den Biergarten fallen lassen bevor wir mit dem Aufbau
begannen. Wer hat schon Bock bei bestem Wetter und einer entsprechend
gemütlich Atmosphäre zu arbeiten? Die Zeit vor dem Soundcheck vertrieb
uns Thomas auf seine Unnachahmlichen Art und brachte uns Finnisch bei.
So wissen wir nun alle, dass das Wort "Kütü" die Bezeichnung einer ganz
speziellen männlichen erogenen Zone ist. Was daran erotisch sein soll,
wird uns Thomas dann hoffentlich beim nächsten Mal erklären. Nach dem
üblichen Soundcheckproblemen unten im Kellergewölbe gab es die leckeren
Plauener Knödel und kurz danach standen Fütze und zwei seiner Kumpanen
im Backstage und hatten schon einen Vorgeschmack auf das legendäre
Force-Attack-Festival dabei. Da wird es wieder so richtig abgehen. Und
wir werden uns wohl auch so 2-3 Tage an der Ostsee antun. Im Malzhaus
war es wieder wie im letzten Jahr. Zunächst denkt man es kommen keine
Leute weil es im Malzhaus selbst um 22.00 noch sehr übersichtlich
aussieht und plötzlich stehen beim Intro 150 Leute vor der Bühne. Besser
als umgekehrt. Und dann ging es rund im Kellergewölbe und vor allem Lars
("warm-up-Konzert" bevor es dann im Juni richtig los geht) und Michael
waren begeistert von der "ostdeutschen" Tanzfreude. Zur Krönung des
abends wurde dann bei "Kensington" auch noch eine gute Sauerländer
Volksweise zum Besten gegeben: Danz op de deel. Nach kurzer Instruktion
von Andreas tanzte also das ganze Malzhaus im Takt von rechts nach links
und wieder zurück. Das ganze Lied lang - Hut ab, das haben wir so auch
noch nie erlebt. Bis auf einige Aussetzer von Ingos Verstärker also mal
wieder ein richtig geiles Konzert. Nach dem Gig trafen wir auf drei
Freunde unserer Musik, die uns vor einigen Jahren mal als Support der
"Whisky Priests" gesehen hatten und spontan beschlossen, mal eben 6
Stunden mit dem Zug nach Plauen zu fahren um sich 2 Stunden Lady Godiva
auf die Ohren zu hauen. Da muß man wohl schon ein bißchen verrückt sein!
Irgendwann zwischen letztem Bier und Abbau kam der Wirt des Malzhauses
mit der dramatischen Nachricht, das sich unser Mischer mit seinem Auto
selber überfahren habe. Gut, als wir dann zur Hilfe eilen wollten, sah
es wirklich so aus als hätte sich Stormy selber übberrollt. In
Wirklichkeit war aber sein Espace bei "Glatteis" außer Kontrolle geraten
und kollidierte mit einem Begrenzungsstein. Dieser Stein riß die
Stoßstange ab und Stormy versuchte krampfhaft diese wieder
dranzutütteln. Das war aber wenig erfolgreich und so mußte Christian die
Stoßstange amputieren. Mit dem Taxi ging es dann für den einen Teil ins
Rockinger und für den anderen (müden) Teil zur legendären Pension
Fischer wo wir auch dieses Mal wieder unser Quartier bezogen. Der
Heimweg der "Rockinger-Jungs" war offensichtlich ziemlich abenteuerlich,
da der Taxifahrer sich weder an Tempolimit noch an zugelassene
Personenanzahl hielt. Er bretterte also wie wild durch Plauen und als
Ingo dann ziemlich übel wurde und nur noch ein leises "mein Gott"
herausbrachte, drehte sich der Kollege um und sagte: "Nein, nicht Gott -
Taxi Schulz". Irgendwann kamen aber alle in ihre Betten und am nächsten
Morgen gab´s ein leckeres (und kultiges) Frühstück in der Küche mit
anschließendem obligatorischen Gästebucheintrag und kurzer Fotosession
der Hausherrin. Wie schon im letzten Jahr muß man auch dieses Mal wieder
ein dickes Lob aussprechen und da wir wissen, das Anneliese bestimmt
unser Tagebuch ließt gibt´s es an dieser Stelle ein dickes Lob und einen
schönen Gruß. Wir kommen gerne wieder. Um 12.00 ging´s zurück. Weit
kamen wir aber nicht, da der Reifen von Thomas gar nicht so gut aussah,
und so mußte zum zweiten mal an diesem Wochenende eine Notoperation
helfen, damit wir halbwegs sicher zurück ins Sauerland kamen. Leider
ohne "Fips Asmussen-Kassette" dafür aber mit der traditionellen Rast bei
Burger-King in Bad Hersfeld. Nächste Woche geht's weiter...
weiter | zurück