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18.11.00 Schrecksbach
18.11.2000
Bereits zum dritten Mal ging es für uns nach Schrecksbach. Nach zwei ziemlich genialen Gigs in den letzten
zwei Jahren freuten wir uns natürlich auf dieses Konzert, vor allem weil wir als Headliner auf der
5-Jahresfeier des FMS spielen durften. Doch als wir uns am Samstag mittag irgendwann am Proberaum trafen,
brauchten die meisten von uns erst mal ne´Runde Mitleid und Thorsten und
Diesmal lief die Fahrt ohne grössere Probleme (es ist mittlerweile kein Problem mehr für uns, wenn Andreas
uns erklärt warum man Windräder nicht löschen kann) und als wir im "Mylord" ankamen haute es uns fast aus
dem Socken. Hier muss die Zeit stehen geblieben sein. Genauso haben sie wohl ausgesehen, diese Beatclubs in
denen unsere "Vorfahren" ihre ersten musikalischen und wohl auch sexuellen
So nun zum Konzert. Wir hatten ja ewig viel Zeit, und irgendwann kamen dann auch die PA und die beiden
anderen Bands. Wir machten den ersten Soundcheck und wir merkten schon, das die Technik sich dem alter
des Ladens anpasste. Rein Schlagzeugtechnisch war die Organisation auch nicht gerade das gelbe vom Ei,
aber was soll´s. Bei drei Bands und einer relativ kleinen Bühne muss man halt improvisieren. Als wir dann
fertig waren ging es in unser Domizil für die Nacht. Das war eine Trucker-Raststätte mit anliegendem Hotel.
Nett, bisschen muffig vielleicht, aber im Vergleich zu anderen "Bandunterkünften" schon fast wieder
komfortabel. In einem unserer Betten muss angeblich beim letzten Sommerrock-Festival (s. auch Tourtagebuch
99´) der Sänger der legendären Band "Vivid" ("..wenn ihr das Backstagezelt nicht 3 Grad wärmer macht,
fahren wir wieder...") einen weiblichen Groupie so richtig durchgenudelt haben. Hoffentlich sind in der
Zwischenzeit die Betten mal neu bezogen worden. Also, zurück zum Konzert. Wir assen im Backstage-Bistro
noch ne´ Kleinigkeit und schauten ein bisschen RAN (Bayern hat gegen Frankfurt eins auf den Sack gekriegt).
Dann bewunderten wir ein wenig die erste Band des Abends und die waren schon mal ziemlich gut. Ausserdem
war es mittlerweile richtig voll geworden. Als zweites spielte eine Red Hot Chlli Peppers-Cover-Band. Die
waren auch nicht schlecht, hatten aber das Problem, das die bekannten Stücke der Chilli Peppers
wahrscheinlich "uncoverbar" sind. Tja und dann kamen wir. Man muss sich da nichts vormachen, wir hatten
schon bessere Konzerte, aber heute lagen die Probleme auf der Bühne Grösstenteils nicht in unserer Hand.
Die Technik wollte einfach nicht so wie wir. Diverse Wackelkontakte in den Monitoren, defekte Mikrokabel
und weiterer Kleinigkeiten liessen uns ziemlich "flatterich" werden. Ausserdem haben wir seit diversen
Wochen wegen der Aufnahmen nicht mehr gepropt. Soll alles keine Entschuldigung sein, so schlecht war es
ja auch gar nicht. Uns hat es auf jeden Fall Spass gemacht einige bekante Gesichter vor der Bühne
So, das war's für das Jahr 2000 mit Live-Gigs von uns. Zwischen Studio und Weihnachtsbäckerei hatten wir wieder
richtig Lust auf ein schönes Konzert in unserer favorisierten Konzertlandschaft. So kam der Chemnitz-Gig gerade
zur rechten Zeit um das ziemlich ereignisreiche Jahr ausklingen zu lassen. Und wie auch nicht anders zu erwarten
fuhren wir die altbewährte Strecke (A44 und dann hinten rechts runter) Richtung Chemnitz. Da wir dem Bus und auch
uns keine Strecken mehr über 250 KM zumuten wollen, fuhren wir mit dem, mit einer neuen Stossstange ausgestatteten
Espace von Stormy und Ingos neuem Geschoss. Alleine das Packen dauerte ziemlich genau eine Stunde, und keiner weiss
mehr genau wie wir es letztendlich geschafft haben alle Verstärker, Gitarrenkoffer und Drumcases in zwei Autos zu
kriegen (und natürlich auch noch 8 Leute). Daher sind wir auch ziemlich gespannt auf das Foto, das ein netter
Kameramann mit grün-weisser Kleidung in einer Baustelle irgendwo zwischen Jena und Gera von uns gemacht hat. Muss
ziemlich witzig ausgesehen haben. Kommt dann auch irgendwann ins Internet. So gegen 18.00 hatten wir dann auch
endlich das Kraftwerk in Chemnitz gefunden. Schön da. Da wir alle ziemlich platt von der Fahrt waren testeten wir
kurz das heimische Landbier (warum waren Kreuze auf den Flaschen?) und die leckeren Camenbert-Schnittchen. Andreas
Lady Godiva bedankt sich an dieser Stelle bei Mr. Lars Schneider für´s "Retten in letzter Sekunde" und für ein
tolles Proben und ein noch besseres Konzert. Thanks!!
Mit freudiger Erwartung ging´s zum ersten Konzert des Jahres 2001 in den heissgeliebten "Alten Schlachthof" nach Soest. Letztes Jahr hatten wir richtig abgeräumt; dementsprechend gross waren dieses Mal auch unsere Erwartungen. Doch als wir uns am Freitag nachmittag trafen war das alles ziemlich unenspannt. Carlo und Andreas waren die ganze Nacht durchgeheizt (Skiurlaub auf der Schneeeeekoppe) und sahen dementsprechend gut aus. Der Rest war mit dem "Studio-Grippe-Virus" infiziert und teilweise mit "legalen" Drogen vollgepumpt. Aber unser Bus war durch den TÜV. Wenn auch in letzter Sekunde, aber egal. Was lange währt...! So sassen wir dann endlich mal wieder im Bus und fuhren die paar Meter nach Soest. Im Schlachthof lief alles wie man es kennt. Komplikationslos, freundlich, ohne grossen Probleme. Die PA stand, wir schmissen unseren Krempel auf die Bühne und legten los. Nach dem checken des Sounds, checkten wir die mit Liebe gekochten Nudeln, stellten fest, das auf Rindfleisch verzichtet wurde und lauschten den Klängen von Violet, unserer Vorgruppe für den heutigen Abend. Violet spielte vor einem schon fast vollem Haus, und was sie spielten war richtig gut. Vor allem die Instrumentierung war Interessant: Geige, Harfe, Dudelsack und "Hackbrett".
Als wir dann anfingen war´s genau wie im letzte Jahr. Vom ersten Takt an Party vor und auf der Bühne.
Andreas war auch wieder wach und vergass vor lauter rumgezappel mal locker unseren dritten Song. Störte
aber auch keinen. Wir hatten (vor dem Skiurlaub von Bass und Gesang) in einer Probe mal einen Oldie
ausgegraben, in der Hoffnung das eine alte Wette eingelöst werden könnte ("wenn Ihr das Lied spielt, lass
ich mich nackt auf einem Pferd fotografieren"). So spielten wir voll freudiger Erwartung unseren guten
alten "Love Song" und bemerkten hinterher, das unsere "Wettpatin" gar nicht erschienen war. Schade, hätte
sich gelohnt. Aber nach Love Song kam der bekannte "Druckteil". Andreas schnorrte sich beim "Stuntman"
wieder ne´Zigarre und das Publikum drehte richtig ab. Vor allem unsere Jungs von "The real Leningrad
Cowboys" waren wieder gut drauf ("gaaanz Prima!!") und bauten fast die Bühne ab ("Applaus für Klaus!").
Als Zugabe spielten wir den guten alten "Whisky Johnny" in einer "Tribute to Whisky Priests"-Version und
wie fast immer zum Schluss Mountain Dew in einer Ultra-High-Speed-Version. Dabei hatte die Bass-Gitarren-
Fraktion auf der rechten Bühnenseite wahrscheinlich soviel Energie verbraucht, das die richtige Tonart von
"Buona Sierra Tequila" erst mit viel Überlegen und mit Hilfe von Jan gefunden wurde. Egal, wir waren alle
platt (selbst der "Drunken Sailor" musste wieder dran glauben) und nach 2 ½ Stunden Vollgas waren wir
(zumindest Schlagzeuger und Akkordeonspieler) froh als dann mit "The death is not the end" noch was ruhiges
zum Schluss kam. Geiles Konzert war´s. Und Spass hat es wieder gemacht bei den Soestern. Leider gab es
nach dem Konzert keine Party mehr, obwohl wir alle noch richtig abgerockt hätten. Aber die "böse, blaue
Frau" machte uns einen Strich durch die Rechnung, und für alle die auch auf so liebevolle Art und Weise
vor die Tür gesetzt wurden versprechen wir, dies alles auf unserer CD-Präsentationsparty wieder gutzumachen.
Na ja, so Schade es auch war, zumindest uns wurde noch ein Biercen gegönnt (nicht ohne auf die Gefahr von
Biergläsern auf Billardtischen aufmerksam gemacht zu werden),
bevor wir dann an der Möhne lang nach Hause getuckert sind. Vergessen. Es war ein genialer Abend in Soest
und wir waren schon ein wenig überrascht was schon am Sonntag über uns in der Zeitung stand.
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